Winter 2011: Arbeitssituation in Deutschland

von der Leyen

Die Arbeitsministerin von der Leyen verkündete neulich die neuen Arbeitslosenzahlen und war ganz stolz, dass sie unter 3 Millionen liegen. Ein historisches Tief wie sie sagte. Leider ist das eine Schönfärberei für alle, die auf der Suche nach einer Arbeit sind. Für alle unter 45-jährigen, egal wie lange sie vorher gearbeitet hatten, bedeutet es ein Jahr lang Arbeitslosengeld in Höhe von 60 Prozent des letzten Nettogehalts. Damit lässt es sich noch leben. Was passiert aber, wenn dieses eine Jahr der Suche nach einem neuen Job ergebnislos blieb?

Dann greift sofort das ALG II, besser bekannt und umgangssprachlich treffender genannt als Hartz IV, benannt nach dem SPD-Politiker Peter Hartz, ehemaligem Personalvorstand der VW AG. In diesem Stadium werden den Menschen nur ein angemessener und günstiger Wohnraum zugestanden und 359 Euro monatlich für den Lebensunterhalt.

Das reicht leider kaum zum Leben, auch wenn die Politiker sich auf Berechnungen des durchschnittlichen unteren täglichen Verbrauchs beziehen. Da müssen häufig Ersparnisse, die für das Rentenalter angelegt wurden, herhalten. Oft ist auch die Familie gefragt, die mit kleinen Finanzspritzen den verarmten Arbeitslosen unter die Arme greift.

Die Arbeitsmarktsituation verbessert sich langsam, die Konjunktur zieht auch spürbar an, aber auf dem Jobsektor ist davon noch nicht so viel zu spüren. Besonders schwer tun sich die Älteren, 40- und 50-jährigen Arbeitssuchenden. Die Ansprüche der Arbeitsgeber sind enorm gestiegen, für viele Tätigkeiten werden nur noch Akademiker gesucht, wo früher eine Ausbildung gereicht hätte.

Und so rutscht man schnell in die Kategorie Langzeitarbeitsloser. Es ist sehr schwer, aus dieser Schublade wieder herauszukommen. Ein Modell, das schon in den letzten Jahren erfolgreich angewandt wurde, ist die Zeitarbeit. Hier werden die Zeitarbeitsfirmen zum Arbeitsgeber und sind somit Vermittler zwischen dem ersten Arbeitsmarkt und den Arbeitssuchenden. Wünschenswert wäre, dass aus solchen Zeitverträgen mehr normale, direkte Angestelltenverträge würden.

Noch mehr sollte aber das Ziel heißen, neue Arbeitsplätze zu schaffen nicht nur für die Studienabgänge, sondern auch für die erfahrenen älteren Menschen.

ISAKI

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