Der Gastbeitrag: Griechenland aktuell

Griechenland hat in der Krise Schulden in Höhe von ca. 300 Milliarden Euro angehäuft.

Ausgangspunkt der griechischen Finanzkrise dürfte spätestens die Revidierung der Staatsverschuldung um drastische 12,7 Prozent nach oben im Oktober 2009 gewesen sein. In Folge dieses Schrittes stuft Standards and Poor’s (eine Ratingagentur) im Dezember 2009 die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab. Dadurch werden weltweit Spekulanten auf den Plan gerufen.

Zwar sagen schon zu diesem frühen Zeitpunkt die Europäischen Länder Griechenland ihre Hilfe zu, allerdings schnüren die Europäer zu diesem Zeitpunkt noch kein konkretes Hilfspaket. Die Verhandlungen um die Auflagen und Bedingungen ziehen sich in der Folge in die Länge und im April 2010 setzt Standards and Poor’s die Griechenland Anleihen auf Ramschniveau. Andere Ratingagenturen folgen diesem Schritt, wodurch eine Zinsspirale nach oben in Gang gesetzt wird.

Auf Grund dessen, dass auch andere Europäische Länder und insbesondere deren Banken in Griechische Anleihen investiert sind, schnürt die EU im Mai 2010 ein insgesamt 750 Mrd. Euro starkes Hilfspaket zur Stützung des Euros allgemein. Auf Grund des sich immer deutlicher abzeichnenden Fiaskos und der notwendig werdenden Sparmaßnahmen kommt es in Griechenland zu Protesten und Generalstreiks. Ein erster Höhepunkt der Proteste und Ausschreitungen wird im Februar 2011 erreicht, als klar ist, dass auf die Griechische Bevölkerung massivste Einsparungen zu kommen, um einer Art staatlichen Kontopfändung zu entgehen.

Im März 2011 stuft auch Moody’s, eine andere Ratingagentur, Griechenland auf “fast zahlungsunfähig” herab. Gleichzeitig steigen die Arbeitslosenzahlen in Griechenland sehr stark an und das Land rutscht noch weiter in die Krise.

Als dann am 9. Mai 2011 die Ratingagenturen (Standard & Poor’s) die Kreditwürdigkeit der Griechen um weitere zwei Stufen senkt, kommt es zu einem landesweiten Streik. Dabei protestieren nun griechische Bürger aller Bevölkerungsschichten gegen die Sparprogramme der griechischen Regierung.

Die Parteien im Griechischen Parlament können sich aber nicht einigen, welche Sparmaßnahmen getroffen werden sollen. Da die Hilfe der EU aber genau solche Sparmaßnahmen zur Bedingung der nächsten Zahlungen haben, droht Griechenland plötzlich die sogenannte absolute Zahlungsunfähigkeit – also der Staatsbankrott.

Zunächst scheint es im Mai und Juni des Jahres 2011 dann so, als wären Sparmaßnahmen wie zum Beispiel die Privatisierung staatlicher Vermögenswerte möglich und die EU macht den Weg für Finanzhilfen frei. Insgesamt hilft die EU mit ca. 12 Mrd. Euro. Dennoch stuft die Ratingagentur Moody’s Griechenland von “B1″ auf “Caa1″ ab.

Am 29. Juni 2011 stimmt das Parlament nach weiteren Demonstrationen und einer Regierungsumbildung schließlich in einer hochdramatischen Abstimmung einem Sparprogramm von ca. 78 Milliarden Euro zu. Die Proteste auf den Straßen erreichen ihren Höhepunkt. Doch ist der weitere Weg für EU Hilfen durch die Abstimmung eröffnet.

Angesichts dieses Wohlverhaltens der griechischen Regierung beschließen die Finanzminister der EU-Länder und der IWF, die nächsten Hilfstranchen freizugeben.

JT-CFL.

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